Dr. Alice Gilson spricht über KI in der Dokumentation am Swiss College of Surgeons Kongress in Lausanne
Beim SCS-Kongress in Lausanne sprach Dr. Alice Gilson von der Abteilung für Viszeralchirurgie am HUG in Genf über die wachsende administrative Belastung in der Medizin und die Rolle, die künstliche Intelligenz bei der Transformation der medizinischen Dokumentation spielen könnte.

Unter Berufung auf aktuelle Schweizer Daten hob sie hervor, dass Ärzte bis zu fünf Stunden pro Tag für administrative Aufgaben aufwenden. Sie identifizierte die Hauptursachen: schlecht konzipierte KIS-Systeme, zunehmende regulatorische Anforderungen, medizinisch-rechtliche Rückverfolgbarkeit und komplexe klinische Kodierungspflichten.
Während erste Studien zeigen, dass KI-gestützte Dokumentationstools die Schreibzeit um etwa 20 % reduzieren und die Qualität verbessern können, betonte Dr. Gilson die damit verbundenen Risiken, darunter Halluzinationen, klinische Verantwortung und Datenschutzbedenken nach Schweizer und EU-Recht.
Sie schloss mit der Vorstellung von DocNote, einer in der Schweiz entwickelten Lösung zur Erstellung anonymisierter Konsultationsberichte bei gleichzeitiger Gewährleistung einer strikten lokalen Datenspeicherung und automatischen Löschung von Aufnahmen, mit dem Ziel, die administrative Arbeitslast zu reduzieren, ohne die Vertraulichkeit zu gefährden.